Seniorenausfahrt – Mit dem Bus in den Nordschwarzwald

Die Seniorenausfahrt der Albvereinsortsgruppe Metzingen im September geht zum Nationalparkzentrum Ruhestein im Schwarzwald. Die Abfahrt ist am Donnerstag, 17. September um 9 Uhr mit einem Bus der Firma Hirrle am Metzinger Busbahnhof. Über B 28 und Schwarzwaldhochstrasse geht es zum Parkplatz beim Schliffkopfhotel. Dort startet die kleine Wanderung über den „Schliffkopfrundweg“. Die Wanderstrecke beträgt ca. 3,5 km auf Naturpfaden, der Höhenunterschied (Auf- und Abstiege) jeweils 60 Höhenmeter. Bei gutem Wetter hat man vom Gipfel des Schliffkopfes eine tolle Aussicht. Auf witterungsangepasste Kleidung und feste Wanderschuhe ist zu achten; wer gerne mit Wanderstock geht, sollte auch diesen dabei haben. Auch die Mitnahme eines Getränks und Rucksackvespers wird empfohlen.

Nach ca. 2 Stunden geht die Busfahrt weiter zum Nationalparkzentrum am Ruhestein. Hier besteht die Möglichkeit, auf eigene Faust das moderne Gebäude mit seiner besonderen Architektur zu entdecken. Des weiteren kann man vom Turm die Aussicht genießen, im Kinosaal Naturfilme anschauen, eine Ausstellung besuchen oder einfach nur im Raum der Stille verweilen. Vor der Rückfahrt ist eine Einkehr in einer gegenüberliegenden Wandergaststätte geplant. Die Rückkehr nach Metzingen ist für ca. 19 Uhr geplant.

Eine Voranmeldung bei Uhren und Optik Steidinger ist notwendig, dort muss auch der Teilnahmebeitrag von 30.- Euro für Albvereinsmitglieder entrichtet werden, Nichtmitglieder zahlen 35.- Euro. Bei Fragen diese bitte per Mail an  oder  , gerne auch telefonisch unter 0174/3833740. Gäste sind selbstverständlich ebenfalls willkommen.

Rund um den Uhenfels

Die Wanderung der Seniorinnen und Senioren des Schwäbischen Albvereins zum Uhenfels startete bei hochsommerlichen Temperaturen in Seeburg. Das Städtchen zählt zu den ältesten Siedlungen der Schwäbischen Alb. Nur das Wappen von Seeburg erinnert noch daran, dass hier im Mittelalter eine Burg errichtet wurde.

Durch das Mühltal kam die Gruppe an einer Gedenktafel vorbei, die an den Tod von sechs britischen und kanadischen Fliegern erinnert. In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 griffen 594 britische und kanadische Flugzeuge Augsburg an, was massive Zerstörungen in der Fuggerstadt und mindestens 800 Todesopfer dort zur Folge hatte. Der vierstrahlige Lancaster Bomber DS 791 wurde in der Nacht jedoch beim Rückflug von dem Angriff auf Augsburg von einem deutschen Nachtjäger abgeschossen und ging hier brennend zu Boden; nur ein

Besatzungsmitglied überlebte den Flugzeugabsturz.

Auf einem schattenspendenden Waldweg wurde der Erms-Ursprung erreicht, eine typische Karstquelle der Schwäbischen Alb: Wasser verschwindet im Untergrund, fließt kilometerweit durch Kalk und tritt schließlich als kräftige Quelle wieder ans Tageslicht. Heute zeigt sich der Erms-Ursprung als künstlich aufgestauter Quellweiher, erbaut mit Tuffsteinen. Die Wasserkraft prägte die Geschichte des Mühltals mit seinen bis zu fünfzehn Mühlen.

Hinter dem Quellweiher beginnt die Trailfinger Schlucht. Die kargen Schlucht-Hangwälder bieten seltenen Pflanzen einen gesicherten Lebensraum, so zum Beispiel dem braunstieligen Streifenfarm, dem Rippenfarm, der Hirschzunge – sogar dem Aronstab und dem Wolfs-Eisenhut.

In den Steinplatten entlang des Weges hätte man Wagenspuren (Geleise) sehen können, die vermutlich aus dem Mittelalter stammen. Die Strecke von Bad Urach nach Münsingen wurde Geleitstraße genannt; es war die einfachste Möglichkeit vom Ermstal auf die Albhochfläche zu gelangen. Wir aber entschieden uns zum steileren Aufstieg im Gänsemarsch durch den kühlen Bannwald zur Ermsquelle. Hier, am höchsten Punkt der Wanderung (730 m), entstand das Gruppenfoto.

Das Hofgut mit dem Schloss Uhenfels liegt inmitten des UNESCO-Biosphärengebiets Schwäbische Alb.  Das Schlösschen wurde 1873 erbaut. Gemeinsam mit dem historischen Hofgut erinnert es an die landwirtschaftliche Tradition der Region. Nach einem Abstieg über eine asphaltierte Straße inmitten des schattigen Waldes wurde wieder Seeburg erreicht.

Der Fischbachstollen in Seeburg, errichtet zwischen 1617 und 1620, ist ein etwa 400 m langer Verbindungsstollen zwischen dem ehemaligen „bodenlosen See“ und dem sogenannten Kalk-Tuff-Barren; er mündet in die Erms am Ende von Seeburg. Mit Hilfe dieses Kanals konnte der See zum Abfischen abgelassen werden. Der Stollen ist eines der bedeutendsten Ingenieurbauwerke von Heinrich Schickardt.

Die Einkehr in das Gasthaus „Lamm“ in Hengen rundete die insgesamt fünf Kilometer lange abwechslungsreiche und informative Wanderung ab.