Die Wanderung der Seniorinnen und Senioren des Schwäbischen Albvereins zum Uhenfels startete bei hochsommerlichen Temperaturen in Seeburg. Das Städtchen zählt zu den ältesten Siedlungen der Schwäbischen Alb. Nur das Wappen von Seeburg erinnert noch daran, dass hier im Mittelalter eine Burg errichtet wurde.
Durch das Mühltal kam die Gruppe an einer Gedenktafel vorbei, die an den Tod von sechs britischen und kanadischen Fliegern erinnert. In der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 griffen 594 britische und kanadische Flugzeuge Augsburg an, was massive Zerstörungen in der Fuggerstadt und mindestens 800 Todesopfer dort zur Folge hatte. Der vierstrahlige Lancaster Bomber DS 791 wurde in der Nacht jedoch beim Rückflug von dem Angriff auf Augsburg von einem deutschen Nachtjäger abgeschossen und ging hier brennend zu Boden; nur ein
Besatzungsmitglied überlebte den Flugzeugabsturz.
Auf einem schattenspendenden Waldweg wurde der Erms-Ursprung erreicht, eine typische Karstquelle der Schwäbischen Alb: Wasser verschwindet im Untergrund, fließt kilometerweit durch Kalk und tritt schließlich als kräftige Quelle wieder ans Tageslicht. Heute zeigt sich der Erms-Ursprung als künstlich aufgestauter Quellweiher, erbaut mit Tuffsteinen. Die Wasserkraft prägte die Geschichte des Mühltals mit seinen bis zu fünfzehn Mühlen.
Hinter dem Quellweiher beginnt die Trailfinger Schlucht. Die kargen Schlucht-Hangwälder bieten seltenen Pflanzen einen gesicherten Lebensraum, so zum Beispiel dem braunstieligen Streifenfarm, dem Rippenfarm, der Hirschzunge – sogar dem Aronstab und dem Wolfs-Eisenhut.
In den Steinplatten entlang des Weges hätte man Wagenspuren (Geleise) sehen können, die vermutlich aus dem Mittelalter stammen. Die Strecke von Bad Urach nach Münsingen wurde Geleitstraße genannt; es war die einfachste Möglichkeit vom Ermstal auf die Albhochfläche zu gelangen. Wir aber entschieden uns zum steileren Aufstieg im Gänsemarsch durch den kühlen Bannwald zur Ermsquelle. Hier, am höchsten Punkt der Wanderung (730 m), entstand das Gruppenfoto.
Das Hofgut mit dem Schloss Uhenfels liegt inmitten des UNESCO-Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Das Schlösschen wurde 1873 erbaut. Gemeinsam mit dem historischen Hofgut erinnert es an die landwirtschaftliche Tradition der Region. Nach einem Abstieg über eine asphaltierte Straße inmitten des schattigen Waldes wurde wieder Seeburg erreicht.
Der Fischbachstollen in Seeburg, errichtet zwischen 1617 und 1620, ist ein etwa 400 m langer Verbindungsstollen zwischen dem ehemaligen „bodenlosen See“ und dem sogenannten Kalk-Tuff-Barren; er mündet in die Erms am Ende von Seeburg. Mit Hilfe dieses Kanals konnte der See zum Abfischen abgelassen werden. Der Stollen ist eines der bedeutendsten Ingenieurbauwerke von Heinrich Schickardt.
Die Einkehr in das Gasthaus „Lamm“ in Hengen rundete die insgesamt fünf Kilometer lange abwechslungsreiche und informative Wanderung ab.

